Südwestlich der Kernstadt
Ortsteil Neukirch
Neukirch liegt südwestlich der Furtwanger Kernstadt auf 952 Metern Höhe und wurde im Jahr 1977 als Luftkurort ausgezeichnet. Die Gemeinde blickt auf eine lange und bewegte Geschichte zurück, die eng mit kirchlichen und politischen Umwälzungen sowie dem Uhrengewerbe des Schwarzwaldes verbunden ist.
Der Ortsteil überzeugt heute mit einem aktiven Vereinsleben, zahlreichen Freizeitmöglichkeiten, einer gut ausgebauter Infrastruktur und einer lebendigen Dorfgemeinschaft.
Geschichtlicher Überblick
Die erste urkundliche Erwähnung Neukirchs stammt aus dem Jahr 1275 im Zehntbuch des Bistums Konstanz. Die Gründung des Ortes wird auf das 12. Jahrhundert datiert, im Zusammenhang mit dem Kloster St. Peter im Schwarzwald, dem Neukirch kirchlich bis 1805 zugeordnet war.
Die Pfarrkirche St. Andreas wurde um 1430 neu errichtet und im Stil des Barock und Rokoko ausgestattet. Bedeutende Kunstwerke stammen unter anderem von Adam Winterhalder und Matthias Faller. Im Jahr 1945 wurde die Kirche zerstört, der Wiederaufbau erfolgte bis 1948.
Im 18. Jahrhundert war Neukirch ein Zentrum der Uhrmacherei. Um 1812 waren fast 200 Personen in diesem Handwerk tätig. Mit dem Rückgang der Uhrenproduktion kam es im 19. Jahrhundert zu vermehrter Auswanderung, insbesondere nach Nordamerika und England.
Im Zuge der baden-württembergischen Verwaltungsreform wurde Neukirch am 1. Juli 1971 in die Stadt Furtwangen eingemeindet.
Bildung
Neukirch verfügt über einen Kindergarten in Trägerschaft der katholischen Pfarrgemeinde. Die frühere Grundschule wurde im Jahr 1975 geschlossen, jedoch 1990 als Dorfschule im selben Gebäude wie der Kindergarten wieder eingerichtet. Schulträger ist die Stadt Furtwangen.
Kultur
Die kulturelle Identität Neukirchs wird sowohl durch historische Bauten als auch durch ein aktives Vereinsleben geprägt.
Die Pfarrkirche St. Andreas stellt ein zentrales kulturelles und historisches Bauwerk dar. Die barocke Ausstattung mit Werken von Adam Winterhalder und Matthias Faller sowie die bewegte Baugeschichte – insbesondere der Wiederaufbau nach der Zerstörung im Jahr 1945 – unterstreichen ihre Bedeutung für den Ort.
Die Hexenlochmühle, eine Schwarzwälder Sägemühle mit zwei Wasserrädern, zählt zu den bekanntesten technischen Kulturdenkmälern der Region und ist ein beliebtes Ausflugsziel.
Ein historischer Pfad, vom Schwarzwaldverein angelegt, bietet auf rund 6,5 Kilometern Informationen zur Entwicklung der Landschafts- und Bewirtschaftungsformen der letzten 150 Jahre.
Ein aktives kulturelles Zentrum stellt der Rösslekeller dar, in dem regelmäßig Veranstaltungen wie Theateraufführungen, Konzerte, Kabarett, Lesungen sowie Ausstellungen stattfinden. Zudem ist der Rösslekeller offizieller Trauort der Stadt Furtwangen.
Das Vereinsleben in Neukirch ist vielfältig und spielt eine zentrale Rolle im gesellschaftlichen Miteinander. Zahlreiche Veranstaltungen, darunter Dorffeste, Konzerte, traditionelle Prozessionen und sportliche Turniere, stärken das Gemeinschaftsgefühl und fördern den generationsübergreifenden Austausch innerhalb des Ortsteils.
Ortschaftsrat
Die kommunalpolitischen Interessen Neukirchs werden durch den Ortschaftsrat vertreten. Vorsitzender ist seit 2024 Ortsvorsteher Bernd Dorer. Der Ortschaftsrat besteht aus insgesamt sechs Mitgliedern. Informationen zu Ortschaftsratsitzungen gibt es hier.








