Alois Herth


Alois Herth stammte aus Ebringen bei Freiburg, wo er am 18. August 1853 geboren wurde. Herth kam schon in jungen Jahren als Kaufmannslehrling nach Furtwangen. Er heiratete Emilie Fehrenbach und gründete die Drogerie und das Kaufmannsgeschäft A. Herth. Im Jahre 1891 wird er in den Bürgerausschuss, 1894 für das katholische Zentrum in den Gemeinderat gewählt. 1897 wurde er Abgeordneter des badischen Landtags (1901 wiedergewählt), wo er sich für Rückgabe der Furtwanger Stadtkirche an die Römisch-Katholische Kirche einsetzte. Dies führte zu einer dauerhaft reservierten Haltung der Altkatholiken und Liberalen ihm gegenüber.
Am 16. März 1903 wird er als Nachfolger des überraschend verstorbenen Joseph Hölderle zum Bürgermeister gewählt. Seine Gegner nahmen an der Abstimmung nicht teil. 1912 wurde Herth nur knapp als Bürgermeister wiedergewählt.
Herth war der bedeutendste Furtwanger Bürgermeister der ersten Jahrhunderthälfte. Er konnte in seiner Amtszeit verschiedene Grundstücke erwerben (Dilgerhof, Eckhof, Hippenhof, Schochenbachhof, Kussenhof, Moos-Wiese und Teile der Friedrichstraße). Der städtische Grundbesitz vergrößerte sich um 270 ha. Er konnte die Friedrichstraße, die Friedrichschule, das Krankenhaus und die Wasserleitung errichten.
Herth wurde durch den Ausbruch des Ersten Weltkrieges vor großen Herausforderungen gestellt; insbesondere die Versorgung der Bevölkerung war sicherzustellen. Die kriegsgefangenen Russen und Franzosen wurden ordentlich behandelt. Auch gelang es ihm, die Revolution und den Übergang in die Weimarer Republik in Furtwangen glimpflich ablaufen zu lassen. Ende Juli 1919 trat er als letzter ehrenamtlicher Bürgermeister zurück.
Herth wurde am 18. August 1928, an seinem 75. Geburtstag zum Ehrenbürger ernannt und starb am 08.11.1937.